Erste elektrische Gitarre überhaupt!

Die Electro Spanish Guitar wurde von Rickenbacker 1932 als 6-saitiges Standard- und als 4-saitiges Tenormodell entwickelt und gebaut. Decke und Boden waren laminiert, wobei das äußere Laminat aus Mahagoni besteht. Der Hals, massiv aus Mahagoni gefertigt, ist an der Kopfplatte mit einem 1 mm starken weißen Perloidmaterial belegt. Weiterhin trägt die Kopfplatte das massive Rickenbacker Label aus Messing. Die Gitarre wurde mit einem der allerersten elektrischen Tonabnehmern ausgestattet, einem Hufeisen-Pickup, der bei den ersten Modellen zunächst ohne Volume-Poti verbaut wurde.

Der Hals ist so angebracht, dass der 14. Bund zugleich der Beginn des Korpus markiert. Insgesamt besitzt das Griffbrett 19 Bünde.

Der Korpus weist im Bereich des kleinen Bugs dezente, angedeutete F-Löcher auf.

Das auffälligste Element der Gitarre ist der schwere, verstellbare  Hufeisen-Pickup. Da die Gitarre bereits einen Volume-Poti aufweist, wurde diese Gitarre nach 1934 gebaut.

Bereits in den späten 1920er Jahren wurde an einem elektrischen Tonabnehmersystem experimentiert. George D. Beauchamp entwickelte schließlich den ersten gebrauchsfähigen elektrischen Tonabnehmer, den Hufeisen-Magneten mit einer Spule, den er 1934 patentieren ließ. Er wurde zuerst in einer „Frying Pan“ (einer Gitarre, die einer Bratpfanne glich)  und auch in die vorliegende Electro-Spanish Guitar eingebaut.

Quelle: The History of Rickenbacker Guitars, Richard R. Smith, Centerstream Publications (1987 – 246 Seiten), Seite 9 ff.

Zur Restauration: Die Gitarre wurde komplett zerlegt und völlig neu aufgebaut. In den Hals wurde eine Schiene aus Carbonfaser eingefügt. Am Ende bekam die Gitarre die originalgetreue Rot-Sunburst-Lackierung. Die Restauration war die einmalige Gelegenheit, dieses historische Instrument kennen zu lernen und wieder spielfertig herzurichten!